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Lieferanten finden

Wie Sie einen chinesischen Lieferanten seriös prüfen

Ein Entscheidungsleitfaden für Rechtsträger, Bankkonto, Fabrikstatus, Kapazität, Qualität, Compliance und risikobasierte Lieferantenfreigabe.

Kurze Einschätzung zu Ihrem Fall? Projekt prüfen lassen

Das Problem

Viele deutsche Händler vergleichen zuerst Preise. Genau dort beginnt das Risiko: Trading Companies treten als Fabrik auf, alte Zertifikate werden weitergereicht und die angegebene Adresse passt nicht zur Produktion. Ein seriöser Lieferant lässt sich nicht nur über Alibaba-Bewertungen beurteilen.

Das Risiko

Ohne Prüfung zahlen Sie möglicherweise an den falschen Vertragspartner, erhalten Ware aus einer anderen Fabrik oder bekommen nach der Anzahlung plötzlich neue Mindestmengen. Bei Reklamationen fehlt dann ein belastbarer Ansprechpartner.

Die Lösung

Prüfen Sie Geschäftslizenz, Produktionsadresse, Ansprechpartner, Exporterfahrung und Produktkategorie gemeinsam. Lassen Sie Fotos nicht ausreichen: Ein kurzer Video-Rundgang, lokale Registerdaten und eine Plausibilitätsprüfung der Produktionskapazität zeigen deutlich mehr.

Praxis-Checkliste

  • Business License und englischen Firmennamen abgleichen
  • Adresse per Karte, Website und Video verifizieren
  • Musterrechnung auf Zahlungsempfänger prüfen
  • Referenzprodukte und Produktionslinie vergleichen
  • Vor Anzahlung kurze Lieferantenprüfung dokumentieren

Wie China Send hilft

Wir prüfen Ihren Lieferanten vor der ersten Zahlung und geben eine klare Einschätzung zu Risiko, Preis und nächstem Schritt.

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Entscheidungsleitfaden vor Anzahlung und Vertrag

China-Lieferanten prüfen: von der Registersuche zur belastbaren Freigabe

Ein Plattformprofil beantwortet nicht, wer Vertragspartner und Zahlungsempfänger ist, wo tatsächlich produziert wird und ob der Betrieb Ihr Produkt dauerhaft in der geforderten Qualität liefern kann. Der folgende Leitfaden verbindet Unternehmensprüfung, technische Qualifizierung und risikobasierte Lieferketten-Due-Diligence zu einem dokumentierten Freigabeprozess.

Management Summary: fünf Entscheidungen vor der ersten Anzahlung

China war 2025 mit einem Außenhandelsumsatz von 251,8 Mrd. Euro wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner. Deutsche Importe aus China erreichten 170,6 Mrd. Euro und lagen 8,8 % über dem Vorjahr. Volumen ersetzt jedoch keine Lieferantensteuerung: Im BME-Expertenkreis 2026 nannten Einkaufsverantwortliche geopolitische Auswirkungen mit 32 %, schwer auflösbare Abhängigkeiten mit 27 % und Marktzugang beziehungsweise Regulierung mit 20 % deutlich häufiger als Transportkosten (11 %) oder Preissteigerungen (7 %).

1. Identität

Ist der chinesische Rechtsträger aktiv, eindeutig bezeichnet und derselbe Partner, der Vertrag und Rechnung ausstellt?

2. Zahlung

Gehört der Begünstigte nachweisbar zum Vertragspartner und ist jede Kontowechsel-Anweisung über einen zweiten Kanal bestätigt?

3. Fähigkeit

Sind Prozess, Engpass, Kapazität, Unterlieferanten und Qualitätslenkung für das konkrete Produkt belegt?

4. Produkt-Compliance

Passen Prüfberichte, Stückliste, Modell, Label und Herstelleridentität zur vorgesehenen Serienversion?

5. Lieferkettenrisiko

Sind menschenrechtliche, umweltbezogene, Sanktions- und Konzentrationsrisiken priorisiert und mit Maßnahmen versehen?

Freigabelogik

Das Ergebnis lautet GO, GO mit Auflagen, REWORK oder STOP – jeweils mit Evidenz, Verantwortlichem und Termin.

Kernaussage: Unternehmensprüfung, Werksaudit, Produktkonformitätsprüfung und Chargeninspektion sind vier verschiedene Kontrollen. Keine davon ersetzt die anderen.

Der Prüfplan: welche Tiefe ist für welchen Auftrag angemessen?

StufeTypischer EinsatzMinimaler UmfangErgebnis
Remote-ScreeningLonglist, Musteranfrage, niedriger ExpositionswertRegister, Firmenidentität, Sanktionsscreening, Bank-/Domain-Plausibilität, DokumentencheckShortlist oder Ausschluss
Video-Verifikationunklarer Fabrikstatus, erste technische BewertungLive-Rundgang mit Zeitcode, Prozessfolge, Maschinen, Lager, Prüfbereich und reale AuftragsstichprobeFabrik-/Trader-Modell und offene Evidenz
Vor-Ort-AuditWerkzeug, kundenspezifisches Produkt, hohe Folge- oder CompliancekostenRechtsträger, Fertigung, Qualitätssystem, Kapazität, Rückverfolgbarkeit, Unterlieferanten, Sozial-/UmweltthemenFindings, CAPA und Freigabeempfehlung
Pilotauftragneuer Lieferant oder neuer ProzessGolden Sample, kleine kontrollierte Serie, In-Process- und Pre-Shipment-PrüfungNachweis realer Serienfähigkeit

Die Prüftiefe folgt nicht allein dem Auftragswert. Ein kleines Los eines sicherheitskritischen Bauteils kann eine höhere Prüfung benötigen als ein großer Auftrag mit standardisierter, leicht ersetzbarer Ware.

  1. 0–48 Std.Triage

    Identität, Registerstatus, offensichtliche Widersprüche, Sanktionsliste und Zahlungsweg prüfen; bei kritischem Treffer keine Zahlung.

  2. Tag 2–5Dokumenten- und Plausibilitätscheck

    Produktionsadresse, Prozess, Kapazität, Zertifikate, Berichte, Referenzen und Commercial-Daten gegenprüfen.

  3. vor VertragQualifizierung

    Auditbedarf festlegen, offene Punkte schließen, Verantwortlichkeiten und Change-Control in Vertrag und Qualitätsvereinbarung übertragen.

  4. vor RestzahlungCharge freigeben

    Konkrete Ware, Verpackung, Kennzeichnung und Versanddokumente gegen die freigegebene Revision prüfen.

Ebene 1–3: Rechtsträger, Zahlungsweg und tatsächlicher Standort

  1. Rechtsträger: Exakten chinesischen Firmennamen, 18-stelligen Unified Social Credit Code (统一社会信用代码), Rechtsform, gesetzlichen Vertreter, Gründungsdatum, registrierte Adresse, Stammkapital, Geschäftsbereich und Registerstatus erfassen. Englische Handelsnamen sind nicht eindeutig und reichen für den amtlichen Abgleich nicht.
  2. Vertrag und Bankkonto: Vertragspartner, Rechnungsaussteller und Kontoinhaber müssen zusammenpassen. Eine Hongkong-Exportgesellschaft, ein Factoring-Konto oder eine Konzernkasse kann legitim sein, braucht aber Organigramm, schriftliche Beziehung, autorisierte Zahlungsanweisung und vertragliche Zuordnung.
  3. Standort und Fabrikstatus: Registrierte Adresse, Produktionsadresse, Website, Karten-/Satellitendaten, Versanddokumente, Video und Auditbeobachtung abgleichen. Eine Produktionsadresse beweist noch nicht, dass das geprüfte Unternehmen den Standort betreibt oder Ihr Produkt dort fertigt.
FeldPrimärnachweisGegencheckTypischer Widerspruch
RechtsträgerGeschäftslizenz + amtlicher GSXT-AbrufVertrag, Rechnung, Domain, StempelNur englischer Firmenname oder fremde Lizenz
ZahlungBankbestätigung / RechnungVertrag und schriftliche KonzernbeziehungPrivatkonto oder kurzfristiger Begünstigtenwechsel
ProduktionAudit / Live-Video mit PrüfcodeAdresse, Maschinen, reale Aufträge, MitarbeiterShowroom wird als Werk präsentiert
ExportExport-/Zollunterlagen oder offengelegte ExportfirmaRechnungs- und FrachtentitätHersteller und Exporteur werden verschleiert
Sofortiger Zahlungsstopp: kurzfristiger Kontowechsel per E-Mail, privates Konto, abweichender Begünstigter ohne belastbare Erklärung oder Druck, Prüfungen vor Anzahlung zu überspringen.

Zahlungsbetrug verhindern: Stammdatenkontrolle mit Vier-Augen-Prinzip

Die Lieferantenprüfung ist wertlos, wenn eine manipulierte E-Mail die Zahlung auf ein anderes Konto umleitet. Legen Sie den Begünstigten im ERP erst nach dokumentiertem Abgleich an. Änderungen werden niemals allein aus der Antwort auf dieselbe E-Mail übernommen.

  1. Bankname, Land, SWIFT/BIC, Kontoname und Kontonummer aus einer freigegebenen Quelle erfassen.
  2. Kontoname mit Vertragspartner und Rechnung abgleichen; Drittbegünstigte nur mit dokumentierter Rechtsbeziehung.
  3. Änderung über bekannte Telefonnummer oder separaten Ansprechpartner bestätigen – nicht über Kontaktdaten aus der Änderungsnachricht.
  4. Neue Bankverbindung durch zweite interne Person freigeben und ersten Transfer risikogerecht begrenzen.
  5. Lieferant und relevante Personen gegen die aktuelle konsolidierte EU-Finanzsanktionsliste prüfen; Treffer und Namensähnlichkeiten fachlich klären.

Ebene 4–7: Fähigkeit, Qualität, Compliance und Geschäftsrisiko

EbenePrüffragenEvidenz
4. FertigungWelche Prozesse sind intern, welche ausgelagert? Reichen Maschinen, Schichten und Engpasskapazität für Menge und Termin?Prozessrundgang, Maschinenliste, Produktionsplan, Unterlieferanten, Auftragsstichprobe
5. QualitätWie werden Eingang, First Article, Prüfmittel, Sperrware, Änderungen und Reklamationen gesteuert?Arbeitsanweisungen, reale Prüfprotokolle, Kalibrierung, CAPA, Rückverfolgbarkeit
6. ComplianceBeziehen sich Berichte auf das konkrete Modell und die geplante Stückliste? Wer kontrolliert Label und Materialwechsel?verifizierte Berichte, Stücklistenabgleich, Change Control, technische Akte
7. CommercialIst das Angebot wirtschaftlich plausibel? Gibt es IP-, Sanktions-, Streit-, Bonitäts- oder Konzentrationsrisiken?Preis-Benchmark, Referenzen, Rechts-/Bonitätsrecherche, Kunden- und Lieferantenstruktur

Kapazität plausibilisieren: Maschinenliste ist keine Lieferzusage

Der Lieferant sollte die zugesagte Menge aus Engpass, Zykluszeit, Schichtmodell, realer Verfügbarkeit, Ausschuss und bestehender Belegung herleiten können. Prüfen Sie nicht die Summe aller Maschinenstunden, sondern den langsamsten zwingenden Prozess.

Netto-Kapazität pro TagAnzahl geeigneter Engpassmaschinen × verfügbare Sekunden je Schicht × Schichten × OEE ÷ Zykluszeit × Gutteilquote

Illustratives Beispiel: Zwei geeignete Anlagen laufen je 7,5 Stunden in zwei Schichten. Bei 70 % angenommener Gesamtanlageneffektivität, 45 Sekunden Zykluszeit und 97 % Gutteilquote ergeben sich rund 1.629 Gutteile pro Tag. Eine Zusage von 3.000 Stück täglich wäre ohne weitere Anlage, kürzeren realen Zyklus oder ausgelagerte Produktion nicht plausibel. Die Annahmen sind im Audit mit Schichtplan, Produktionsdaten und Auftragsbestand zu belegen.

PrüfungBelastbare EvidenzUnzureichend
MaschinenfähigkeitTyp, Baujahr, Werkzeug/Spannmittel, Prozessfenster, Wartungsstatusunspezifische Maschinenliste
Zykluszeitbeobachteter Lauf oder historische ProduktionsdatenVertriebsschätzung
Belegunganonymisierter Produktionsplan und Engpasskalendertheoretische 24/7-Kapazität
AusschussGut-/Schlechtmengen und Nacharbeitsquotepauschal „unter 1 %“ ohne Daten

Hersteller oder Trading Company: nicht moralisch, sondern funktional bewerten

Eine Handelsfirma ist nicht automatisch ungeeignet. Sie kann kleine Mengen bündeln, Kategorien koordinieren und Exportabwicklung vereinfachen. Kritisch wird sie, wenn sie sich als Fabrik ausgibt, Produktionsänderungen nicht kontrolliert oder Verantwortlichkeiten verschleiert. Entscheidend ist, ob das Geschäftsmodell zu Ihrem Bedarf passt und transparent vertraglich abgebildet ist.

KriteriumDirektes Werk passt besserTrading Company kann passen
Produkttechnisch, kundenspezifisch, werkzeug- oder prozesskritischbreites Standardsortiment aus mehreren Werken
Mengeplanbare Serien und Wiederholaufträgekleine, gemischte Mengen/Konsolidierung
Steuerungdirekter Zugriff auf Engineering und Qualität nötigKoordinationsleistung ist wichtiger als Fertigungstiefe
RisikoChange Control und IP müssen werkseitig kontrolliert werdenQuellen sind offengelegt und auditierbar

Menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken: risikobasiert statt Fragebogen-Flut

Die BAFA-Handreichungen zum LkSG und die OECD-Leitlinien unterstützen einen risikobasierten Ansatz: Risiken werden ermittelt, gewichtet und priorisiert; Standards, Audits und Zertifikate sind Werkzeuge, aber kein automatischer Ersatz für die eigene Bewertung. Nicht jedes deutsche KMU fällt unmittelbar in denselben gesetzlichen Anwendungsbereich. Dennoch verlangen größere Kunden, Ausschreibungen und interne Compliance-Systeme häufig belastbare Lieferkettendaten.

RisikotreiberFrühe EvidenzVertiefung bei erhöhtem Risiko
Branche / RohstoffMaterial- und Prozesslandkarte, HerkunftsregionUnterlieferanten, Herkunftsnachweise, Stakeholder-/Beschwerdeinformationen
ArbeitsbedingungenArbeitszeiten, Lohn-/Alterskontrollen, BeschwerdewegWorker Interviews, Dokumentenstichprobe, Maßnahmenplan
UmweltGenehmigungen, gefährliche Stoffe, Abwasser/EmissionenMessberichte, Behördenstatus, Vor-Ort-Prüfung
ZwangsarbeitsrisikoRegion, Produkt, Rohstoff, Rekrutierungsmodelltieferer Traceability- und Abhilfenachweis; EU-Verordnung 2024/3015 ab 14.12.2027 beachten
Angemessenheit: Fordern Sie nicht bei jedem Lieferanten denselben 200-Punkte-Fragebogen an. Tiefe und Maßnahme müssen zum priorisierten Risiko, Einflussvermögen und möglichen Schaden passen.

Gewichtete Freigabe statt Bauchgefühl

Bewerten Sie Muss-Kriterien separat von einem Punktescore. Identität, Zahlungssicherheit und Fähigkeit zur gesetzeskonformen Lieferung sind Knock-out-Kriterien. Für die verbleibende Auswahl kann ein gewichtetes Modell genutzt werden, zum Beispiel Technik 25 %, Qualitätssystem 20 %, Compliance 20 %, Kosten/TCO 15 %, Kapazität/Lieferung 10 % und Kommunikation/Commercial 10 %. Die Gewichte sind projektspezifisch – ein Medizinprodukt und ein unkritisches Display benötigen andere Prioritäten.

Risikobereinigter Scoregewichtete Fähigkeitsbewertung − offene kritische Findings − Konzentrations-/Änderungsrisiko

Jede Bewertung nennt Quelle, Prüfer und Datum. Nicht belegte Aussagen erhalten nicht „die Hälfte der Punkte“, sondern bleiben offen. Eine bedingte Freigabe enthält CAPA, Termin, Evidenz und Konsequenz bei Nichterfüllung.

Warnzeichen, die einzeln noch kein Beweis sind

  • Firmenname, Domain, E-Mail-Signatur, Lizenz und Kontoinhaber verwenden unterschiedliche Identitäten.
  • Produktportfolio umfasst viele technisch unverbundene Kategorien, aber es werden keine Unterlieferanten offengelegt.
  • Audit, Berichtverifikation, Referenzen oder Video-Rundgang werden wiederholt mit wechselnden Gründen verschoben.
  • Kapazitätsangaben sind nicht mit Maschinen, Zykluszeit, Schichten und aktuellem Auftragsbestand erklärbar.
  • Der Preis liegt deutlich unter vergleichbaren Angeboten, während Material, Incoterm oder Prüfleistung unklar bleiben.
  • Muster ist gut, doch Stückliste, Materialquelle und Serienprozess werden nicht festgeschrieben.

Freigabematrix und Verantwortlichkeiten im deutschen Einkauf

GateEinkaufQualität / TechnikCompliance / ZollGeschäftsführung
ShortlistIdentität, Commercial, ReferenzenProzess- und ProduktfitRisiko-Screeningnur bei strategischem Risiko
Vertrag / AnzahlungVertrag und ZahlungSpezifikation und PrüfplanPflichten-/NachweisplanRisikoausnahme genehmigen
SerienstartTermin und KapazitätGolden Sample, CTQ, offene Findingskritische Dokumente/Labelkeine Routinefreigabe
VersandCommercial-DokumenteChargen- und VerpackungsfreigabeZoll-/Importaktenur bei Stop-Ship-Ausnahme

Jede Ausnahme benötigt eine namentliche Genehmigung, eine befristete Auflage und eine dokumentierte Auswirkung. „Der Lieferant hat zugesagt“ ist keine Evidenz.

Requalifizierung: Lieferantenprüfung ist kein einmaliger Onboarding-Schritt

Die Prüfakte erhält Owner, Revision und nächstes Review-Datum. Ein Grundreview sollte risikobasiert geplant werden; zusätzlich lösen bestimmte Ereignisse sofort eine Neubewertung aus.

  • neuer Rechtsträger, Kontoinhaber, Standort, Eigentümer oder wesentliche Managementänderung;
  • neue Produktfamilie, neues Werkzeug, kritischer Unterlieferant oder wesentliche Material-/Prozessänderung;
  • Qualitätsabfall, wiederholte Terminabweichung, ungewöhnlicher Kapazitätssprung oder verweigerte Transparenz;
  • neue Sanktion, regulatorische Pflicht, Herkunfts- oder Nachhaltigkeitsanforderung;
  • längere Lieferpause oder Wiederanlauf nach Verlagerung.
Minimalstruktur der Lieferantenakte01_Identität · 02_Vertrag_Bank · 03_Standort_Audit · 04_Fähigkeit_Kapazität · 05_Qualität · 06_Compliance_ESG · 07_CAPA · 08_Freigaben_Requalifizierung

Entscheidungsfragen aus der Einkaufspraxis

Reicht Alibaba Verified Supplier?

Nein. Ein Plattformprogramm kann einzelne Informationen prüfen, ersetzt aber nicht Ihren projektbezogenen Identitäts-, Bank-, Fabrik-, Kapazitäts- und Compliance-Check.

Wie oft sollte ein Lieferant neu geprüft werden?

Mindestens ereignis- und risikobasiert: bei neuem Rechtsträger/Konto, neuem Standort, wesentlichen Produkt- oder Prozessänderungen, Qualitätsabfall, Kapazitätssprüngen oder längerer Lieferpause.

Kann ich mich auf Referenzen verlassen?

Referenzen sind ein Baustein. Prüfen Sie Vergleichbarkeit von Produkt, Menge und Zeitraum und holen Sie die Bestätigung möglichst unabhängig von der vom Lieferanten kontrollierten Kommunikation ein.

Ist ein Werksaudit eine Garantie?

Nein. Ein Audit ist eine datierte Stichprobe zu einem definierten Scope. Es kann Systeme, Fähigkeiten und Risiken sichtbar machen, garantiert aber weder jede spätere Charge noch die dauerhafte Einhaltung. Deshalb folgen Change-Control, Chargenprüfung und Requalifizierung.

Muss ein deutscher Mittelständler das LkSG anwenden?

Die unmittelbare gesetzliche Betroffenheit hängt vom jeweils geltenden Anwendungsbereich ab. Unabhängig davon können Kundenverträge, Konzernvorgaben, Produktregeln und zukünftige EU-Vorgaben Nachweise verlangen. Dieser Leitfaden ist eine operative Struktur und keine Rechtsberatung.

Offizielle Quellen und Prüfstand

Rechts-, Daten- und Methodenstand: 15.07.2026. Maßgeblich bleiben die konkrete Produkteinstufung und der Einzelfall; Normen, Zollmaßnahmen, Sanktionen und Behördenpraxis können sich ändern.