EU Deforestation Regulation 2023/1115

EUDR: Entwaldungsfreie Lieferketten aus China prüfbar aufbauen

Holzmöbel, Reifen, Gummiprodukte, Leder und weitere Erzeugnisse können unter die EUDR fallen. Entscheidend sind Anhang-I-Warennummer, Rohstoffbezug, Geodaten, Legalität und eine dokumentierte Sorgfaltserklärung – nicht das Produktionsland China allein.

7 relevante RohstoffgruppenGeolokalisierung der ErzeugungsflächenNeue Termine 2026/2027
Betroffenheit

Warennummer und Rohstoffkette gemeinsam prüfen

Die EUDR betrifft Rinder, Kakao, Kaffee, Ölpalme, Kautschuk, Soja und Holz sowie bestimmte daraus hergestellte Produkte. Für China-Sourcing sind besonders Holz-/Papierwaren und Möbel, Naturkautschukprodukte und Reifen sowie bestimmte Lederwaren relevant. Ob ein Produkt erfasst ist, entscheidet der konkrete Eintrag in Anhang I.

EUDR-Evidenzkette
EbeneBenötigte DatenTypisches Risiko
ProduktKN-Code, Material/BOM, relevanter RohstoffMischprodukt wird nur nach Handelsname beurteilt
RohstoffArt, Menge, Produktionsland/-region, Lieferkettechinesisches Werk kennt den Ursprung des Rohstoffs nicht
FlächeGeokoordinaten beziehungsweise Polygon, Produktionszeitraumnur Händleradresse statt Erzeugungsfläche
EntwaldungsfreiheitNachweis gegen Stichtag 31.12.2020Zertifikat ohne Geodaten und Produktzuordnung
Legalitäteinschlägige Gesetze im Produktionslandnur allgemeine Lieferantenerklärung
SorgfaltserklärungReferenz im EU-Informationssystem vor MarktbereitstellungErklärung wird erst nach Ankunft angefordert
Aktuelle Fristen

Nach der Änderung von Dezember 2025

  1. Anwendungsbeginn für große und mittlere Marktteilnehmer.

  2. Auch Kleinst- und kleine Marktteilnehmer, die bereits unter die EU-Holzhandelsverordnung fallen, wechseln zu diesem Termin.

  3. Anwendungsbeginn für andere Kleinst- und kleine Marktteilnehmer.

Unternehmensgröße allein entscheidet nicht. Rolle als Marktteilnehmer oder Händler, bisherige EUTR-Betroffenheit, konkrete Ware und Zeitpunkt des Inverkehrbringens müssen gemeinsam bewertet werden.

Lieferanten-Onboarding für EUDR

  • Anhang-I-Scope und relevante Rohstoffe im RFQ markieren
  • Rohstofflieferanten und Erzeugungsflächen bis zur benötigten Ebene offenlegen
  • Geodatenformat, Dateneigentümer und Aktualisierungspflicht vereinbaren
  • Legalitätsdokumente und Risikofaktoren je Ursprungsland prüfen
  • Vermischung mit unbekannter Herkunft organisatorisch ausschließen
  • Referenznummern und Nachweiskette der Charge zuordnen
  • Änderungen von Ursprung, Material oder Unterlieferant vorab genehmigen

Regelwerk in ein Beschaffungsgate übersetzen

Wir verbinden Warennummer, Lieferantendaten, Spezifikation, Prüfplan und Importakte – mit klarer Grenze zu Rechtsberatung und akkreditierter Konformitätsbewertung.